Warum ins Ausland?
Studieninhalt: Kulturelle Vielfalt
Die Entscheidung für ein Auslandssemester müsste eigentlich leicht fallen. Insbesondere angesichts diverser Vorzüge des Abenteuers in fernen Gefilden. Aber gibt es auch Nachteile? Über Motive und Skrupel beim studieren im Ausland.
In der Küche herrscht reges Treiben. Chaos. Kein Wunder: Die Kochnische gehört einer Neuner-Wohngemeinschaft. Und die hat sich gerade versammelt um ein großes WG-Essen zu zaubern. Es ist laut. Sehr laut. Grelles Lachen und Kreischen ist bis auf den Hinterhof der angrenzenden Wohnung zu hören. Rasmus aus Schweden schnibbelt gerade Tomaten für den Salat, die Französin Céline trägt heute Verantwortung für das Nudelwasser, der Berliner Jakob steht vor der Pfanne in der er Hackfleisch brät. Charlotte aus Manchester rät ihm die Flamme der Gaskochplatte doch etwas höher zu stellen. Den Appell äußert sie jedoch nicht etwa in Englisch. Die „WG-Sprache“ ist hier Spanisch.
Vorteile des Auslandssemesters
Szene einer Wohngemeinschaft, deren Bewohner nicht in ihrer Heimat studieren, sondern ihr Glück im Ausland suchen. Und meistens auch finden. Dafür gibt es gute Gründe. Ein Auslandsemester bietet die Möglichkeit eine andere Kultur, andere Menschen kennenzulernen. Horizonterweiterung. Das Resultat, eine Fähigkeit die beim Blick auf die Vita künftig attestiert werden wird: Interkulturelle Kompetenz. Häufig ergibt sich durch ein Auslandssemester ein neuer Blick. Nicht nur auf das fremde Land, sondern auch auf das eigene Studienfach. Studienbestandteile werden anders gewichtet, unbekannte Lehrmethoden eingesetzt.
Sprache lernen
Jeder der oder die schon einmal in einem biederen Lehrraum saß um eine Sprache zu pauken, weiß: Richtig erlernt wird die Sprache erst in dem Land selbst. Die Kultur und das Umfeld des unbekannten Landes beflügeln zu raschen Fortschritten beim Spracherwerb. Das schöne – die Spräche wird „nebenher“ erlernt. Noch ein weiterer Vorzug hat das Auslandssemester. Um es zu meistern bedarf es verschiedener Eigenschaften. Und die werden in jeglichen Berufen hoch bewertet, gleichzeitig sind sie entsprechend gefragt. Flexibilität, Unabhängigkeit und Selbstständigkeit sind diese Charakteristika.
Bei diesen Lobgesängen auf das Auslandsemester ist der Leser geneigt zu denken den obligatorischen Haken gebe es nicht. Richtig, die Vorteile eines Auslandssemesters überwiegen. Dennoch sind eventuelle Bedenken und Hürden erwähnenswert. Oft wird die zweifache Belastung „Studium und Fremdsprache“ unterschätzt. Insbesondere wenn dem Unterricht nicht gefolgt werden kann, weil Sprachbarrieren bestehen. Beispielsweise für den Fall, dass der Dozent mit einem starken Akzent spricht.


