Überblick
Auslandsstudium statistisch
Studieren im Ausland hat seinen Reiz. 2005 teilten weltweit 2,7 Millionen Studierende diese Meinung, wie eine Untersuchung des Deutschen Akademischen Auslandsdienst (DAAD) belegt. Die beliebtesten Zielländer von deutschen Studierenden liegen dabei in der Europäischen Union (EU).
83 000 deutsche Studierende tummelten sich im Jahr 2006 an ausländischen Hochschulen – Ergebnis einer aktuellen Studie des Statistischen Bundesamts. Und die Tendenz steigt. Die Anzahl angehender Akademiker hat sich von 1980 bis 2005 mehr als verdoppelt. Allein von 2004 auf 2005 hat sie um 14 Prozent zugenommen. „Die Sprache lernen“ – oft ein Motiv das zunächst genannt wird, wenn es um die Entscheidung für ein Auslandsstudium geht. Tatsächlich: 45 Prozent der deutschen Studierenden im Ausland sind Sprachwissenschaftler, die mit einem Auslandsstudium sprachliche und landeskundliche Kenntnisse vertiefen wollen.
Eine andere Sorte von Studierenden zeigt sich ganz besonders mobil: Die Kulturwissenschaftler. Das Deutsche Studentenwerk stellte für das Jahr 2006 fest, dass in den höheren Semestern 27 Prozent von ihnen ins Ausland gingen. Während es bei Ingenieuren nur acht Proazent waren. „Der NC ist da nicht so hoch.“ Ein weiterer Grund für ein oder mehrere Semester im Ausland kann der nicht vorhandene oder nur sehr geringe Numerus Clausus (NC) an ausländischen Universitäten sein.
Präferenz: Europa
Ein Extrem-Beispiel: Ungarn. Dort studieren 73 Prozent der deutschen Studierenden Humanmedizin, weil der NC in der Bundesrepublik so hoch ist. Und für manche ist die Perspektive, zehn Wartesemester bis Studienbeginn abzuwarten, weniger attraktiv. Studieren in weit entfernten Gefilden wie Australien oder Südafrika ist definitiv reizvoll. Und viele zieht es auch in diese exotischen Länder. Aber oft ist so ein Aufenthalt mit Schwierigkeiten verbunden.
Stichwort Finanzierung. Deutsche Studierende zahlen innerhalb der Europäischen Union (EU) „bloß“ die Studiengebühren, die auch Einheimische aufbringen müssen. Darum entscheiden sich die Meisten auch für das europäische Ausland. Für Teilnehmer von Austauschprogrammen entfällt die sogar manchmal ganz. Die Uni-Maut an Hochschulen außerhalb der EU ist in der Regel höher. Beliebteste Zielländer fürs Studium sind Großbritannien, Frankreich und Spanien.


